Selbstbau einer gebogenen Fangspiegelspinne am "Kaufhausteleskop"

 

Es handelt sich hierbei um ein Newton-Teleskop mit einer Öffnung von 114mm und 900mm Brennweite wobei der Fangspiegel durch drei Gewindestäbe mit einem Durchmesser von 3mm gehalten wird.

 

Wer so ein Teleskop besitzt wird sicher schon einmal festgestellt haben, das um helle Objekte (z.B. Venus, Jupiter oder helle Sterne) sechs auffällige Strahlen (oder auch Spikes genannt), wie kleine Kometenschweife sich rings um das Objekt befinden. An hellen Sternen mag das vielleicht schön aussehen aber an Planeten finde ich solche Strahlen  als unangenehm, zumal sich das Teleskop mit am besten für die Planetenbeobachtung eignet.

An dieser Stelle möcht ich nun demjenigen eine kleine Bastelanleitung präsentieren, der gern an Teleskopen herumschraubt um auch noch das letzte aus diesem herauszuholen und ein wenig handwerkliches Geschick besitzt.

Wem es interessiert, hier meine Zeichnung und die Formel, nach der ich mich orientiert habe. Die Zeichnung kann man sich auch ausdrucken und als Schablone verwenden. Sie wurde im Maßstab 1:1 gezeichnet

 

Als erstens die Materialien, die man dazu braucht und normalerweise in handelsüblichen Baumärkten findet:

 

 

Zuhause sollte man haben:

 

Jetzt brauchen wir bloß noch einen wolkenverhangenen Himmel und es kann losgehen.

Ganz zum Anfang denke ich mir noch, auch wenn das Maß nicht exakt passt oder das Loch zu weit versetzt ist, sei das Wichtigste, daß die einzelnen Maße der Streben zueinander möglichst genau sind. Deshalb die größeren Rohmaße des Stahlbleches. Wenn man dann z.B. mit der letzten Strebe fertig ist und merkt, daß  die Länge zu kurz gegenüber der anderen beiden geraten ist, sollte man sich nicht scheuen eine neue zu bauen. Der Nachteil einer solchen Spinne ist nämlich, das man sie nicht justieren kann wie die 3mm Gewindestäbe die vorher eingebaut waren.

Das Blech lässt sich dadurch besser sägen. Wichtig dabei, Säge flach halten und ruhig in das Holz einsägen. Eine Blechhebelschere würde ich vermeiden, weil dabei das Blech verbogen und verspannt wird.

Hier kann man sich in der Werkstatt mal umschauen, ob etwas passendes dabei ist. Vielleicht sollte vorher an einem Stück Blech gleicher Dicke (am besten noch eins aussägen) probiert werden wie groß der Radius sein sollte, um durch die elastische Verformung am Ende R70 zu erhalten.

 

 

 

Hier mal durch den Okularauszug geknipst

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Ein Kollege aus unserer Sternwarte baute an seinem 114/900-Newton auch gleich eine solche Halterung ein. Allerdings schnitt er das Blech so zu,  dass es sich vom Tubusinnenrand zum Fangspiegel hin verjüngt um weitere Reflexe zu vermeiden?!

Wenn alles justiert ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als Euch einen klaren Himmel zu wünschen.

 

Zum Schluss noch ein erstes Webcambild durch das umgebaute Fernrohr: